Carl-Zeiss-Stiftung ermöglicht Aufbau eines Transferzentrums für Digitalisierung in der Gesundheitsindustrie (Digi-FIT). Hochschule Mannheim überzeugt mit Forschungsexzellenz

Die Hochschule Mannheim gehört mit ihrem Digitalisierungsprojekt „Digi-FIT“ zu den sieben Gewinnern im Wettbewerb der Carl-Zeiss-Stiftung in der Programmlinie „Transfer“. Mit diesem Förderprogramm unterstützt die Stiftung Hochschulen für angewandte Wissenschaften dabei, Strukturen und Kompetenzen im Forschungsfeld „Digitalisierung“ auszubauen. Mannheim hat mit seinem Vorhaben zum Aufbau eines Transferzentrums für Digitalisierung in der Gesundheitsindustrie (Digi-FIT), das federführend von den Professoren Dr. Carsten Hopf, Dr. Matthias Rädle (beide Forschungszentrum CeMOS) und Dr. Rüdiger Rudolf (Institut für Molekular- und Zellbiologie) konzipiert wurde, überzeugt. Im Mittelpunkt stehen Industrie4.0-Anwendungen und die sichere, automatisierte Verarbeitung und Verwertung von Daten, die angesichts des technologischen Entwicklungssprungs bei der Digitalisierung biomedizinischer Bilder und biomolekularer Information entstehen. Das Innovationspotenzial des Zentrums, das nun für drei Jahre mit rund 750.000 Euro unterstützt wird, liegt in der Mehrwert stiftenden Kombination neu zu entwickelnder Funktionalitäten, Schnittstellen und Applikationen.

„Die Förderzusage passt ausgezeichnet in die Forschungs- und Transferstrategie der Hochschule“, freut sich der Prorektor für Forschung und Technologietransfer Prof. Dr. Mathias Hafner.“ Sie zeichnet die hohe Qualität der Forschungsleistungen und des Transferpotenzials der Hochschule aus und motiviert, die transdisziplinäre Zusammenarbeit in den Forschungsschwerpunkten weiter zu intensivieren.“ Darüber hinaus könne die Hochschule ihre Kompetenzen im Bereich der Digitalisierung durch den Aufbau von Ressourcen zur „Big-Data“-Verarbeitung sowie relevanter IT-Expertise nachhaltig stärken.

Das Transferzentrum Digi-FIT ruht auf vier Säulen: (A) Smart Production – Industrie 4.0, (B) Datenintegration und ‚Big Data‘-Maschinenlernen für Daten aus multimodaler biomedizinischer Analytik und Bildgebung, (C) Datenvisualisierung und Virtual Engineering sowie (D) Cyber Security. Infrastruktur und Know-how der Säulen C und D bringt die Hochschule aus bestehenden Kompetenzzentren ein. Die Funktionalitäten, die Digi-FIT realisieren will, umfassen auch Aspekte zum zentralen Datenhosting, zur Datenqualität, -integrität und -sicherheit. „Aus wissenschaftlich-technischer Perspektive ist es einerseits unser Ziel, noch kompetenter vernetzte Messgeräte im Sinne von Industrie 4.0 ‚Smart Devices‘ realisieren zu können“, präzisiert Projektkoordinator Prof. Dr. Carsten Hopf, der Leiter von CeMOS. „Andererseits werden wir unsere Daten-intensiven Geräteinfrastrukturen in der Massenspektrometrie-Bildgebung und 3D-Mikroskopie durch innovative Bild- und Signalverarbeitung weiterentwickeln und konsequent zu Plattformen für die Entwicklung von Produkten und Dienstleistungen mit der Industrie ausbauen.“ 

Im transdisziplinären Projekt, das den Forschungsschwerpunkten „Medizinische Biotechnologie / Medizintechnik“ und „Intelligente Sensorik“ zuzuordnen ist, arbeiten die Hochschul-Einrichtungen Center for Mass Spectrometry and Optical Spectroscopy (CeMOS), Institut für Molekular- und Zellbiologie, Institut für Medizinische Informatik, Kompetenzzentrum Virtual Engineering (KVE) und Kompetenzzentrum Informationssicherheit (KIS) eng zusammen. Sie kooperieren u.a. mit dem gemeinsamen Institut für Medizintechnologie der Universität Heidelberg und der Hochschule Mannheim mit dem Forschungscampus M2OLIE, der Wirtschaftsförderung der Stadt Mannheim, dem Netzwerk Smart Production, zahlreichen Universitäten im In- und Ausland und v.a. mehr als 100 regionalen Unternehmen und Netzwerken. Das neue Projekt soll in die Innovationspartnerschaft „Multimodale Analytik und Intelligente Sensorik für die Gesundheitsindustrie“ (M2Aind) integriert werden. 

„Digi-FIT ist ein weiterer Baustein, um die Position der Hochschule Mannheim als national bedeutender Forschungsakteur an der Schnittstelle zwischen Lebenswissenschaften, Industrie4.0-Technologien und Informatik auszubauen und zu festigen“, ist sich der Prorektor sicher. Das Transferzentrum stärkt die Möglichkeiten, Digitalisierung-Mehrwert für laufende Projekte zu schaffen, weitere Kooperationsprojekte mit (kleinen und mittelständischen) Unternehmen durchzuführen, Projektergebnisse effektiv in die Industrie zu transferieren und die Zusammenarbeit mit den Unternehmen der Region in wichtigen Innovationsthemen auszubauen.

Über die Carl-Zeiss-Stiftung
Die Carl-Zeiss-Stiftung hat sich zum Ziel gesetzt, Freiräume für wissenschaftliche Durchbrüche zu schaffen. Als Partner exzellenter Wissenschaft unterstützt sie sowohl Grundlagenforschung als auch anwendungsorientierte Forschung und Lehre in den MINT-Fachbereichen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik). 1889 von dem Physiker und Mathematiker Ernst Abbe gegründet, ist die Carl-Zeiss-Stiftung die älteste private wissenschaftsfördernde Stiftung in Deutschland. Sie ist alleinige Eigentümerin der Carl Zeiss AG und SCHOTT AG. Ihre Projekte werden aus den Dividendenausschüttungen der beiden Stiftungsunternehmen finanziert. 


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