Hochschule an einem durch das Bundesministerium für Wirtschaft (BMWi) geförderten Großprojekt beteiligt

Die deutsche chemische Industrie steht in einem starken globalen Wettbewerb. Die Märkte fordern kürzere Entwicklungszeiten sowie effizientere Herstellung von Spezialitäten und neuen Produkten zur schnellen Marktbedienung bei gleichzeitiger hoher Energieeffizienz und Ressourcenschonung. Mit der Initiative ENPRO – Energieeffizienz und Prozessbeschleunigung für die Chemische Industrie – wird auch ein Schwerpunkt der Strategie der Bundesregierung zur Sicherung und Stärkung des Wissenschafts- und Industriestandortes Deutschland aufgegriffen Hier gibt es verschiedenen Förderaktivitäten des BMWi zu Energieeffizienz und Ressourcenschonung für die Prozesstechnik. Die Initiative ENPRO verfolgt einige Einzelverbundprojekten, die untereinander vernetzt sind.

Im Teilprojekt Koppona (Entwicklung von modularen, intelligenten, gegen Belagsbildung resistenten Reaktoren für kontinuierliche Polymerisationsprozesse) mit einem Projektumfang von 12 Mio € sollen nun Prozessverbesserungen für chemische Produktionen erreicht werden, die bisher hauptsächlich durch Störungen über Belagsbildungsprozesse beeinträchtigt sind. In einem Konsortium von 6 Industriepartnern, 9 Universitäten und dem CeMOS Forschungszentrum der Hochschule Mannheim als einziger Hochschule für angewandte Wissenschaften soll in den nächsten 3 Jahren eine Technologie entwickelt werden, mit der Wärmetauscher effizienter, Reaktoren zuverlässiger und insgesamt Chemieanlagen effizienter betrieben werden können.

Die zentrale Aufgabe des Center for Mass Spectrometry and Optical Spectroscopy (CeMOS) im Konsortium ist die Entwicklung von „Stoffsystem unabhängigen, universal einsetzbaren Messtechniken in Apparaten für die zeitliche Erfassung von Belagsbildungsvorgängen zur Ursachenforschung und als Signal zur Einleitung von Gegenmaßnahmen im Betrieb“ Das Vorhaben wird dazu beitragen, den an der Hochschule Mannheim seit Jahren stetig betriebenen Aufbau von Wirtschafts- und Wissenschaftsverbindungen zu vertiefen und zu erweitern.

„Wir gehen davon aus, dass aus dem Projekt verwertbare Sensoren bis zum Vorserienprototyp entwickelt und über hochschuleigene Kanäle, mittelständische Partner des Forschungszentrums CeMOS oder Hochschulausgründungen vermarktet werden können“, so Projektleiter Prof. Dr. Matthias Rädle. CeMOS verfügt über ein Netzwerk von ca. 120 meist mittelständischen Betrieben, die Komponenten zu den zu entwickelnden Sensoren liefern können, sodass die Fertigungstiefe an der Hochschule selbst gering bleibt.

Das Vorhaben wird im Erfolgsfall dazu beitragen, die Wettbewerbsfähigkeit der Industriepartner im internationalen Wettbewerb zu steigern. CeMOS sieht dieses Forschungsvorhaben als eine Chance, sich und seine Partner zu positionieren und die anwendungsnahe Forschung für die Firmen bei der Entwicklung zukünftiger Produkte in diesem Bereich langfristig zu unterstützen sowie selbst Dienstleistungen anzubieten. Für die Hochschule Mannheim ist dies ein weiterer Meilenstein, der deutlich macht, dass ihre industriebezogene Forschung und Entwicklung zur Spitze in Deutschland zählt.


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